Die Zeit heilt alles, nichts, manches ?
 



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Fremde


Bin aufgewacht und habe wie jeden Tag als erstes daran gedacht. Kaffee gekocht und wieder ins Bett gekrochen. Mit tut der Rücken weh, ich vertrage es einfach nicht, so viel rumzuliegen.

Der Garten ist mittlerweile völlig verwildert, Sonntag hat A. mit ihrem Freund den Apelbaum geplündert, aber es hängen immer noch unzählige Äpfel dran. Der Apfelbaum war ein Hochzeitsgeschenk und ich möchte ihn absägen...eigentlich... er hat ja gar keine Daseinsberechtigung mehr.

Heute geht es mir aber wieder besser, der Ärger ist verraucht und ich überlege schon wieder, warum es mich so ärgert, dass er mit L. scheinbar guten Kontakt hat. Sie ist ja schließlich seine Tochter, also ist es doch völlig normal, dass sie sich gelegentlich sehen. Und trotzdem hasse ich es. Vor allem wohl, weil ich finde, er hat es nicht verdient, dass noch irgendjemand aus seinem früheren Leben - das er ja ohne Rücksicht verlassen hat - auch zu seinem neuen gehört. Ist das Eifersucht? Die Damen sagen mir ja, es ginge mich nichts an, ob und wie oft sie ihn sehen, ob sie die Neue kennengelernt haben und überhaupt, nichts was sie mit ihm zu tun haben, geht mich etwas an. 

Und so sind ihre Besuche hier auch immer irgendwie komisch. Ich spiele die ganze Zeit Theater, spiele die Sonnenscheinmama, die sich super wohlfühlt in ihrem neuen Leben. So wollen sie mich haben, ich habe so zu tun, als sei alles in Ordnung, soll so tun, als hätte ich seine Entscheidung selbstverständlich akzeptiert und so, als sei ich wieder 'gesund'. 

Denn meine Reaktionen sind ja nicht normal, waren nicht normal, Trauer, Entsetzen, Fassungslosigkeit, all das sind Gefühle. Gefühle zeigt man nicht so deutlich, wenn man erwachsen ist in Gegenwart seiner ebenfalls erwachsenen Kinder. Die darf man nicht damit belasten. Man hat vernünftig zu reagieren, wenn das Leben zusammenbricht. Das hat ihnen ja auch die Beraterin immer wieder bestätigt. Eine Mutter hat kein Anrecht auf Trost durch ihre Kinder, die hat nur stark und vernünftig zu sein. Kinder müssen nichts.

Tja, damit habe ich so meine Schwierigkeiten. Kein Vertrauen mehr in meine Kinder. Wir haben uns auf eine distanzierte Beziehung geeinigt, oder besser, sie haben sie mir aufgezwungen. Ich interessiere mich für sie so wie sie sich für mich, ich vermisse sie nicht mehr, ganz anders als früher. Sie kommen her, sind eine Weile hier, wir reden über eigentlich nichts und dann fahren sie wieder. Es ist nahezu bedeutungslos. Die ganze Zeit muss ich aufpassen, dass ich nicht etwas sage, dass zu persönlich ist, dann reagieren sie gleich sehr abweisend. Alles ist anders als noch vor einem Jahr. Die Vertrautheit ist weg. Sie sind Fremde geworden. Das ist furchtbar.

4.10.16 10:12
 
Letzte Einträge: nicht mein Tag, Fragen, die ich nicht stellen darf, es weihnachtet sehr, Vorfreude


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